Donau Volleys verpassen Halloween-Überraschung nur knapp

von Werner Schmitt

Regensburger Zweitliga-Volleyballer zeigen nach zwei Niederlagen eine starke Reaktion, bringen den Favoriten aus Eltmann an den Rand einer Niederlage und müssen sich nach einem packenden Fünfsatzkrimi mit 2:3 geschlagen geben.

Regensburg. Halloween, Geisterspiel? Von wegen. Auch wenn einige der gut 200 Zuschauer in der Clermont-Ferrand-Halle am Samstagabend als Halloween-Geister und Gespenster verkleidet waren, konnte sich die Kulisse des Spiels der Donau Volleys in der zweithöchsten deutschen Liga gegen den Favoriten CERATONIA Volleys Eltmann sehen lassen. Die Regensburger schafften es, der Mannschaft aus dem 5000 Einwohner-Ort am Main einen Punkt abzuringen. Nach 140 Minuten verloren die Donau Volleys den Tie-Break und das Match ganz knapp mit 2:3 (20:25, 27:25, 25:20, 21:25, 11:15).

Vor dem Spiel meinte DVR-Trainer Markus Pielmeier: „Ich bin immer optimistisch und habe heute Lust auf ein richtig gutes Spiel. Zu Hause sollten wir unser Potential abrufen können und vielleicht können wir Eltmann überraschen. Ein Sätzchen erhoffe ich mir schon.“ Dass es am Halloween-Abend dann zwei Sätze und ein Punkt werden sollten, konnte sich der Regensburger Trainer anscheinend nicht vorstellen. Waren die Gäste aus Unterfranken doch mit vier Siegen aus fünf Spielen angereist und hatten zuvor lediglich gegen den amtierenden Meister aus Gotha eine Niederlage hinnehmen müssen.

Im ersten Satz präsentierten die Gäste sich zunächst als die konstantere Mannschaft und setzte die Regensburger um Kapitän Jonas Daschke früh unter Druck. Bis zum 8:8 war das Spiel allerdings ausgeglichen, doch dann zogen die Gäste davon. Beim Stand von 8:10 nahm Trainer Pielmeier die erste Auszeit, um seine Mannschaft neu einzustellen. Bei 14:18 brachten auch drei Wechsel keine Wende. Neben anderen kam Neuzugang Felix Schinko, ein 20-Jähriger aus Mühldorf, zu seinem ersten Einsatz. Bei 18:20 war die Begegnung wieder offen, ehe die Unterfranken in der Schlussphase anzogen und diese mit 25:20 für sich entschieden.

Im zweiten Durchgang lagen die Donau Volleys immer vorne, beim Stand von 20:16 sogar mit vier Punkten. Der erste Satzball dann bei 24:21. Der stark spielende ehemalige Erstligaspieler Aron Neumann aus Eltmann konnte aber diesen und den zweiten Satzball bei 25:24 kontern. Auf Seiten der Oberpfälzer holte aber Leo Hecht das Aufschlagrecht mit zwei Diagonalangriffen zurück und Tim Schneider hatte beim dritten Satzball Aufschlag, der dann zum 27:25 verwandelt werden konnte. Dieser Satzgewinn verlieh den Donau Volleys offenbar zusätzliches Selbstvertrauen.

Im dritten Satz übernahmen die Gastgeber bei 7:6 erstmals die Führung, die mit zwei Blockaktionen von Kim Huber ausgebaut werden konnte und die dann bis zum Schluss nicht mehr abgegeben wurde. Bei 18:13 betrug der Vorsprung erstmals fünf Punkte, bei 24:18 dann sogar sechs. Erneut mit dem dritten Satzball ging dieser Satz mit 25:20 an die Donau Volleys. Aus dem 0:1-Satzrückstand war ein 2:1 geworden. Plötzlich war die Überraschung gegen den Favoriten greifbar nahe. Der Aufsteiger aus Regensburg hatte sich nicht nur zurückgekämpft, sondern dem ambitionierten Gegner zwei Sätze abgenommen und bereits einen Punkt sicher.

Im vierten Durchgang starteten die Unterfranken besser und lagen meist in Führung. Einen ausgeglichenen Spielstand gab es nur bei 5:5 und bei 15:15. In dieser Phase konnte sich Libero Robin Stopper einige Male auszeichnen, die Begegnung schien wieder offen und auf ein weiteres enges Satzende zuzusteuern. Doch diesmal gelang es Eltmann, sich entscheidend abzusetzen. Die Unterfranken gaben die Führung nicht mehr aus der Hand und gewannen mit 25:21. Damit musste die Entscheidung im Tiebreak fallen.

Die Oberpfälzer begannen stark und Gästetrainer Christian Nowak nahm bei 5:2 eine Auszeit. Danach kämpften sich die Eltmanner auf 6:6 heran, aber die Donau Volleys lagen beim Seitenwechsel mit 8:7 vorn. Sieben Punkte trennten die Regensburger zu diesem Zeitpunkt noch vom möglichen Überraschungserfolg. Doch ausgerechnet in der wichtigsten Phase des Abends gelang Eltmann die entscheidende Wende. Die Gäste drehten den knappen Rückstand und gingen ihrerseits mit 9:8 in Führung. Trainer Markus Pielmeier versuchte mit einer Auszeit eine Wende zu erreichen. Regensburg kämpfte weiter, fand aber keine ausreichende Antwort mehr. Eltmann behauptete den Vorsprung und setzte sich am Ende mit 15:11 durch.

Nach dem Spiel wurde Kim Huber als wertvollster Spieler seiner Mannschaft ausgezeichnet. Auf Eltmanner Seite erhielt der Kanadier Alexander Duncan-Thibault, Ex-Bundesligaspieler des TV Rottenburg, die MVP-Auszeichnung.

Die Spende des Regensburger Trikotsponsors spized in Höhe von 200 € ging dieses Mal an den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Regensburg.

Viel Zeit zum Nachdenken bleibt den Regensburgern nicht. Bereits am Sonntag, 8. November, steht das nächste Auswärtsspiel auf dem Programm. Dann treten die Donau Volleys um 14 Uhr bei den Volley YoungStars Friedrichshafen an.

Foto von Lukas Reinker zeigt der Regensburger Kim Huber in Aktion

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