Nach 50 Jahren wieder Zweitliga-Volleyball in Regensburg: Wie der Trainer die Lage sieht

50 Jahre ist es her, dass mit der DJK Nord eine Regensburger Mannschaft in der 2. Bundesliga Volleyball spielte. Danach gab es in der Stadt lange Jahre gar keine Möglichkeit mehr, zu baggern, zu pritschen und zu schmettern. Die Volleyball-Musik in der Oberpfalz spielte in Nittenau, Hirschau, Regenstauf oder Neutraubling. Ambitionierte Spieler tourten quer durch die Lande, wenn sie denn höherklassig spielen wollten. 

Dann hoben am 5. Juni 2020 in der Coronazeit die drei Gründungsvereine SV Burgweinting, FC Thalmassing und SV Obertraubling die Donau Volleys. Ein Schwung an Regensburger Spielern brachte 2022 das Drittliga-Spielrecht aus Deggendorf mit. Nun bot sich dem Drittliga-Vizemeister der Gruppe Ost nach 18 Siegen aus 24 Spielen im Mai die unverhoffte Chance, künftig Zweitliga-Volleyball anzubieten. Der Verein, der auf 600 Mitglieder gewachsen ist, startet am 12. September im südhessischen Kriftel im Main-Taunus-Gebiet in die Saison. Acht Tage später gastiert am 20. September Leipzig zum ersten Zweitliga-Heimspiel seit ewiger Zeit in Regensburg.

Der Coach kennt das Gefühl aus eigener Erfahrung

Markus Pielmeier, 38, kennt die Vorgeschichte des Volleyballs in Regensburg nur zu genau – und sie ist eine Motivation dafür, dass er die Aufgabe als Cheftrainer übernahm, weil Aufstiegstrainer Szabolcs „Szabi“ Beregszaszy den Job aus Zeitgründen nicht mehr machen konnte und jetzt frischgewählt im Hintergrund im Vorstand wirkt. „Als ich jung war, gab es hier überhaupt nichts. Ich bin sogar ins Lehrer-Volleyball gegangen, um überhaupt spielen zu können. Das hat bei mir einen nachhaltigen Beigeschmack hinterlassen“, sagt der Chemiker, den sie auch „Doktor Pille“ nennen. null

Einer der Neuen bei den Donau Volleys: Jonas Daschke – Foto: Donau Volleys

Die Konsequenz für Pielmeier, der in Nittenau startete, später Junioren-Nationalspieler war und mit Unterhaching zweimal den deutschen Pokal gewann, war klar. „Ich musste ins Internat nach Kempfenhausen gehen, obwohl ich gar nicht wollte. Für mich war das damals eine Riesenüberwindung. Und ich hab‘s auch nur gemacht, weil meine Eltern mir gesagt haben, ich könnte jeden Tag zurückkommen und würde mich sonst vielleicht später mal ärgern, wenn ich es nicht probiert hätte. Am Ende war es ja auch genau das Richtige für mich.“

Jetzt aber will Markus Pielmeier als Cheftrainer, der in der vorletzten Saison schon Co-Trainer war und in der vergangenen Saison das Bayernliga-Team betreute, mitgestalten, dass die Donau Volleys sich nachhaltig etablieren und auch eigenen Talenten eine Plattform geben. Im 14-Mann-Kader, der bereits im Juni mit dem Sommertraining begann und mit Zuspieler Willi Möller und Oscar Gless auch zwei Youngster beinhaltet, hat sich folglich auch nur kommod etwas getan. Von allen Seiten wurde an den Trainer herangetragen, ob man nicht mehr verändern müsse. „Aber ich bin guter Dinge, dass wir durch individuelle Verbesserung in Schlagdistanz sind. Alle sind sehr motiviert und ich hoffe, dass wir über weite Strecken schönen Volleyball bieten können“, gibt sich Pielmeier betont optimistisch.

Schulteroperation: Ein Neuzugang hatte Pech

Mit Vincent Moder (33) hat Pielmeier einen in der Szene gut bekannten Co-Trainer für sich gewinnen können. Mit Jonas Daschke (23) stieß ein Zuspieler mit Zweitligaerfahrung aus Schwaig zum Team. „Er hat sich schon ziemlich gut integriert“, lobt der Trainer. Der 17-jährige Auswahlspieler Gless („Auch der Bundestrainer hat ihn bemerkt“) wird mit Doppelspielrecht für 2. Liga und Bayernliga ausgestattet. Pech hatte Neuzugang Leonhard Rester (19), der sich im Probetraining an der Schulter verletzte, operiert werden musste und „wohl bis November brauchen wird“.

„Ich glaube, außen herum ist der Unterschied zur dritten Liga größer als auf dem Feld“, sagt Markus Pielmeier und sieht die organisatorischen Herausforderungen für die Donau Volleys, „weil es so viel mehr Auflagen gibt“. Sportlich werde es das Feld nur noch ein Stück dichter als in der dritten Liga. „Und oben gibt es zwei, drei Teams mit Erstliga-Kapazität. Wie Eltmann zum Beispiel. Das ist ein klassisches Beispiel seit vielen Jahren.“

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